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Aktuelles


 

"Asozial - Zur Bedeutung eines Worts": Der Film ist über Youtube verfügbar

Was bedeutet das Wort? Der vierzehnjährige Max wird wegen vermeintlicher Illoyalität von seinen Mitschülern als "Asozialer" beleidigt. Als selbstauferlegte Mutprobe und Versuch, sich den Freunden anzubiedern, sprüht er einem älteren Mann, der ihn auf offener Straße vor den Handgreiflichkeiten der Gruppe geschützt hat, das Wort mit Autolack auf dessen Gartenlaube. Der Alte überrascht ihn dabei, und als Max sich beim Versuch zu fliehen ernsthaft verletzt und Hilfe benötigt, kommt es zu einem Gespräch zwischen den beiden. Max erfährt, dass das von ihm leichtfertig verwendete Wort in der NS-Zeit eine existenzielle Bedeutung hatte und ein Todesurteil für die damit Stigmatisierten bedeuten konnte...

 

Der gut dreißigminütige, im Auftrag des APEX Kultur e.V. von stille hunde und KnockWood Films Göttingen im vergangenen Jahr produzierte Film mischt die Spielhandlung rund um den Jugendlichen Max mit Interviews, in denen Dr. Dietmar Sedlaczek, Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen, die Bürgermeisterin der Stadt Moringen Heike Müller-Otte, die im Moringer Maßregelvollzugszentrum tätige Psychologische Psychotherapeutin Christa Zieker und der Ärztliche Leiter des Maßregelvollzugszentrums Dr. Dirk Hesse die historische und aktuelle Verwendung des Begriffes erläutern.

 

Der Film ist auf Youtube eingestellt und kann gebührenfrei als Unterrichtsmaterial in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen verwendet werden: ASOZIAL - Zur Bedeutung eines Worts. Weitere Informationen zum Film und der Thematik sind beim Kooperationspartner KZ-Gedenkstätte erhältlich, aber auch bei stille hunde und KnockWood Films Göttingen.

 


 

Klassenzimmerstück als Hörspiel: Die Besserung

Das Stück gehört zu den erfolgreichsten Produktionen der Göttinger Theaterformation stille hunde. Seit über zwölf Jahren spielen Stefan Dehler und Christoph Huber die in Rückblenden erzählte Geschichte zweier während der NS-Zeit im Moringer Jugendkonzentrationslager inhaftierter Jugendlicher in den Klassenzimmern der Region. Nun produziert das Team gemeinsam mit friends of green sonic eine Hörspielversion des Stoffes.

 

Gut eine Stunde dauert das Theaterstück, das ein Schlaglicht wirft auf ein bis weit in die 1980er Jahre einer breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekanntes, im Deutschland der Nazi-Zeit aber als wegweisendes Modell propagiertes Konzentrationslager. Über zweihundert Mal haben Stefan Dehler und Christoph Huber ihr in enger Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Moringen und auf Basis von Zeitzeugenberichten entstandenes Stück in Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland, auf Festivals, vor allem aber in Schulen gezeigt. Damit haben sie lange verdrängte Ereignisse der regionalen Geschichte in Erinnerung gerufen und den Opfern des NS-Regimes - vor allem als "asozial" verleumdete Jugendliche - eine Stimme gegeben. Die Hörspielfassung des Stückes, die die KZ-Gedenkstätte, Stephan Schmidt von friends of green sonic und stille hunde gemeinsam erarbeitet haben, ergänzt das Projekt nun um ein neues Format. 

 

Ultra Authentic Audio Recording

Das von Stephan Schmidt entwickelte hochauflösende 3D-Recordingsystem ermöglicht ultra-authentische Aufnahmen mit einem verblüffend realistischen Raumklang. Selbst Bewegungen der Sprecher im Raum werden in feinsten Nuancen wiedergegeben - die Akteure sind dadurch beim Hören zum Greifen nahe. Diese Technik erfordert ein hohes Maß an Vorbereitung: Anders als im Studio finden die Aufnahmen in „echten“ Räumen statt, die akustisch penibel präpariert werden müssen. Die Sprecher achten nicht nur auf ihre Stimme, sondern lassen wie in einem Theaterstück auch ihre Gesten und Bewegungen in die darstellerische Arbeit einfließen. Das Ergebnis: Hörerinnen und Hörer befinden sich in einem Raum mit den Darstellern und erleben die Handlung authentisch und hautnah mit, indem sie sich unter anderem in der Rolle eines Häftlings wiederfinden - eine Erfahrung, die selbst das Theaterstück in dieser Form nicht vermitteln kann.

 

Projektträger und Förderer

Träger des Projekts ist der Göttinger Apex Kultur e. V., gefördert wird es durch die Einbecker AKB-Familienstiftung. Die Räume für die Studiobauten wurden von der Evangelischen Kirchengemeinde Bovenden zur Verfügung gestellt.

 

Das Hörspiel wird voraussichtlich im Herbst als kostenloser Download zur Verfügung stehen.

 

KZ-Gedenkstätte Moringen / friends of green sonic - Musikproduktion und Label 

 

 


 

Hörspielprojekt des StadtRadio Göttingen mit Texten von Menschen aus Stadt und Region: Corona-Fragmente

Menschen aus der Stadt und des Umkreises waren bis Ende Mai dieses Jahres unter dem Motto "Geschichten aus dem Lockdown" dazu aufgerufen, Alltagserfahrungen in der Corona-Zeit aufzuschreiben und einzusenden. Aus dem gesammelten Material werden nun die Inititatorin Brit Hennig und stille hunde Skripte für Hörstücke zusammenstellen, die von Göttinger Schauspielerinnen und Schauspielern eingelesen werden. Mitglieder des GSO werden Musik und Klänge dazu beisteuern. Die fertigen Hörstücke werden im Programm des StadtRadio Göttingen ausgestrahlt. Für den Spätsommer oder Herbst ist eine Live-Präsentation mit den Originalsprecherinnen und -sprechern geplant.

  

StadtRadio Göttingen 107,eins

 


 

Die Schauspielerin Maja Müller-Bula ist tot

Unsere Freundin und langjährige Kollegin Maja Müller-Bula ist am 1. Mai an den Folgen einer Covid-19-Infektion verstorben. Ihr Tod hat eine große Lücke gerissen. Die Anteilnahme, die wir von Menschen erfahren haben, die sie von der Bühne her kannten, die mit ihr zusammengearbeitet haben, die Betroffenheit vieler Freunde und Berufskollegen hat uns sehr berührt. Unser besonderes Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihren Eltern.

 

Ihre Ausbildung erhielt die in Chemnitz geborene, im Ruhrgebiet Aufgewachsene an der renommierten Berliner Schauspielschule Ernst Busch. Erste Engagements führten sie nach Freiberg, Nordhausen und Frankfurt. Seit 2013 war sie Ensemblemitglied von stille hunde und vor allem in Klassikerbearbeitungen für die Spielstätte Schloss Rittmarshausen zu sehen, aber auch in Kinderstücken und in Produktionen für Schulen. Gemeinsam mit dem Göttinger Gitarristen Andreas Düker erarbeitete sie zwei musikalisch-satirische Abende, die als Gastspiele überregional, aber auch regelmäßig im Göttinger APEX gezeigt wurden. Daneben arbeitete sie mit dem Schauspieler Christoph Stein und dem Rezitator Christian Römer zusammen, mit denen sie literarische Programme präsentierte. 2017 gastierte sie in einer Studioproduktion des Deutschen Theaters Göttingen. Daneben engagierte sie sich im theaterpädagogischen Bereich. So war sie als Leiterin eines Spielclubs im Jungen Theater Göttingen tätig, arbeitete mit  Jugendlichen in Wachenbuchen, leitete mehrere Jahre lang das Bürgertheaterensemble in ihrem Wohnort Gleichen und führte Regie bei einer Produktion der Bürgertheaterformation "Die Bühnenstürmer" in Einbeck.

 

Maja Müller-Bula / Kulturverein Rittmarshausen e.V. / APEX

 


 

Fotos:

Monika Girò / Peter Heller / Christoph Otte / stille hunde /

Grafik: stille hunde

Stand: 27.07.2021

 

 

Zum Gedenken


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 


 

Fotos:

Ulrike Boelsen / Christina Hinzmann / Esther Rauhaus /

Hans-Jürgen Stumpf / Sabine Wiggert / Marco Wolff / stille hunde

Stand: 24.05.2021